Dieser Blog mit und über unseren Labrador Retriever Murphy dient der reinen Unterhaltung. Achtung: kann Spuren von Ironie enthalten. Viel Spaß beim Stöbern !

17. Juli 2011

We did it  - wir haben es geschafft

Heute übernimmt das Frauchen ausnahmsweise mal das Wort. 

Wir haben am gestrigen Samstag in Ulm erfolgreich den Wesenstest über den LCD abgelegt. 

Es war ein sehr schöner, interessanter und spannender Tag für Mensch und besonders für den Hund. Das Gelände des SV Ulm welches den Veranstaltern zur Verfügung gestellt wurde lag wirklich wunderschön sehr ruhig und abgelegen in Neu Ulm. Wir wurden vom SV Ulm lecker bewirtet und Petrus hat es mit viel Sonne auch gut gemeint. Fast zu gut, denn die Hunde die im Auto warten mussten bis sie an der Reihe waren, waren schon sehr zu bemitleiden. Es gab leider keine Schattenparkplätze und so musste immer einer beim Hund bleiben und diesen draussen im Schatten ablegen und  auch regelmässig Wasser   anbieten. Da wir zu zweit angereist waren, war das gottseidank kein Problem und Murphy blieb nur immer wieder eine sehr kurze Zeit allein im Wagen.

Die Richterin Frau M. war sehr nett und führte uns locker durch den Parcours, erklärte alles sehr gut, stellte Fragen und ließ  dadurch die Aufregung langsam vergessen.

Ich war Anfangs ziemlich  nervös, da es für mich das erste Mal war mit dem Hund an einem Test teilzunehmen und man noch dazu viele unbekannte Zuschauer hatte. Die Teilnehmer waren aber alle sehr nett und die Nervosität wurde mit der Zeit immer weniger. Ausserdem hatte ich nichts zu verlieren, für mich war die Teilnahme eher dazu da um zu sehen wo wir stehen, wo wir noch arbeiten müssen und was schon ganz gut klappt. Mehr Vertrauen in den Hund setzen ist das A und O. Ich hatte mit einem viel schlechterem Ergebnis gerechnet, da Murphy derzeit wieder sehr am "herausfordern" ist. Er war auch sehr aufgedreht an diesem Tag da er  lange auf seinen gewohnten Freilauf  verzichten musste. Es ging leider nicht anders, da wir bereits am Freitag Vormittag nach Ulm fuhren um am Samstag zeitig da zu sein. 8.45 Uhr sollten wir bereits alle erscheinen.  Er hat es trotz allem toll gemacht und wir sind wirklich stolz auf unseren Wildfang!

Ich hatte ausserdem eine ganz besonders liebe "seelische Unterstützung" dabei.  Ein großes DANKE geht an Moni die sich von ihren 3 süssen frisch geschlüpften Labi-Babys   trennen mochte nur um mir  die Daumen zu drücken. Ausserdem   hielt sie unseren Testablauf mit der Kamera fest. (Danke dass du da warst liebe Moni)

Wir waren  glücklicherweise schon an 2. Stelle an der Reihe so konnte ich den Rest des Tages besser genießen. 

Ich selbst durfte mich Nachmittags bei den Hündinnen als Gespenst (oder der Regenponchomann) zur Verfügung stellen.  Ich hatte das Gefühl die anderen waren nicht besonders unglücklich darüber, dass sich wer freiwillig gemeldet hat :-)))





Und nun kurz der Ablauf des Wesenstestes Anhand einiger Bilder:

Warten auf die Richterin

Das Vorgespräch: Hier wurde man allgemein befragt seit  wann man den Hund hat, wie alt er war als er einzog,  ob man eine Hundeschule besucht, welcher Trainingsstand aktuell ist, ob Krankheiten vorliegen. Wo der Hund wohnt und wieviele Familienmitglieder und Haustiere noch in der Wohnung leben.





Anfangs war der Spaziergang. Ich musste ohne Kommando gerade aus laufen und auf das weitere Kommando der Richterin, welche Richtung ich einschlagen soll, warten. Murphy sollte mir folgen und auf mich achten, was er auch tat. Eine gute Bindung  wurde uns dann auch bestätigt.




Als nächstes kam das Spiel ohne Gegenstand. Aber welcher Labi geht nicht auf ein hüpfendes in die Hände klatschendes Frauchen ein. Das klappte auch ganz gut.

Dann sollte ich den Wilden schon ziemlich am Anfang in die Rückenlage bringen. Aufgepusht wie er war   strampelte er wie ein wildes Eichhörnchen mit allen Vieren in der Luft herum. "Was soll das jetzt Frauchen?" schien er zu sagen, "ich will nicht schon wieder stillhalten". Beim 2. Versuch klappte es dann aber wie  gewohnt, es gab aber dafür einen Punktabzug in der Bewertung Unterordnungsbereitschaft.
Spiel mit Gegenstand: wir musste hier zergeln.   Die Richterin meinte schon im Voraus dass man bei einem Retriever auf Zergelspiele besser verzichten sollte.  Wir machen das aber ab und an als Belohnung, vor allem zu Zeiten als er aufgrund seiner OP lange nur an der Leine laufen durfte und andere Belohnungen wie z.B. einen Ball oder einen Dummy werfen nicht möglich waren. Da  Murphy beim Kommando AUS sofort aus gibt sah ich darin kein Problem und einen verfestigten  Biss konnte ich bisher nicht feststellen. Da wir kein Profi-Dummy machen sondern auf anderen Wegen unterwegs sind, ist es für uns weiterhin o.k. ab und an mal zu zergeln.

----> An alle Dummy-Fanatiker, lasst das Zergeln lieber.




Hier soll Murphy den Bringtrieb und Beutetrieb zeigen. Es wurden 2 mal  Bälle geworfen und 
ein Rehfuss. Trotz seiner ED - bei ihm dreimal zu werfen, fand ich nicht so prickelnd, aber naja.
Er ist wie der Blitz hinterher, nahm es auf, lief auf mich zu....und - hurrraaaaa - an mir vorbei,
drehte noch ein paar Ehrenrunden und lachte sich ins Fäustchen :-))

Letztendlich gab er die "Beute" zwar ab, trotzdem eben nicht perfekt was Schade ist und uns den Vermerk "der Bringtrieb soll gefördert werden" einbrachte.

Spiel mit fremden Mann - er lässt sich natürlich sofort drauf ein

Marktplatz - immer schön gucken wo das Frauchen ist....

Spielaufforderung fremde Frau - oder wer fordert hier wen auf?

Marktplatzsituation und Spielaufforderung einer weiblichen und einer männlichen Person. Klappt wie gedacht sehr gut. Er  sei jedoch etwas zudringlich meinte die Richterin.  Na welche Überraschung, bei einem temperamentvollem Jungrüden der Rasse Labrador. 
Lockerer Kreis - dieser wird dann langsam geschlossen


Kreisprobe , hier wird der Kreis schnell und sehr eng geschlossen.

Die Kreisprobe meisterten wir auch. Erst ist der Kreis locker   und er wird langsam geschlossen. Dann einmal schnell und eng geschlossen. Der Hund muss sitzen bleiben und darf nicht in Panik ausbrechen.
Dann verlässt der Hundeführer den Kreis und der Hund darf nicht entweichen. Nach meinem Ruf soll er aus dem Kreis laufen. Das hat auch gut geklappt.



Vom Parcours mit den Gegenständen gibt es leider keine Bilder ich versuche jedoch  trotzdem verständlich den Ablauf zu beschreiben.

Als nächstes gingen wir einen kleinen Weg seitlich des Geländes entlang. Dort waren im Gebüsch diverse Gegenstände versteckt bzw. aufgestellt. Als erstes kam ein großer Plüschtiger.  Murphy fand den nicht wirklich interessant, sondern schnüffelte lieber nebenan an einem für ihn sehr leckeren Duft. Ich sollte Murphy den Tiger zeigen, also ihn heranführen und darauf aufmerksam machen. "Wenn es denn schon sein muss", schien er zu sagen, "dann schnupper ich halt an diesem blöden langweiligen Teil." 
Er guckte etwas verdattert, fast enttäuscht, weil das Ding trotz Aufforderung nicht spielen wollte. Ganz schön öde. Er dachte wohl anfangs , dass er einem kleinen Hund gegenüberstehe, der sicher mit ihm ein bisschen toben möchte.   "Frauchen riecht der aber komisch - und er bewegt sich gar nicht"  lese ich aus seinen Augen, und schon wird der Tiger gepackt und als Beute hin und hergeschleppt. Ich konnte ihm das Tier letztendlich abknöpfen und es ging weiter. 

Eine Hupe. Was macht die denn für ein komisches "Tut tuuuut". Er guckte frech zur Richterin hoch schnappte sich das Teil welches mittlerweile wieder  im Gebüsch abgelegt war und drehte  eine  gewohnte kleine Ehrenrunde damit. Gab es aber ohne Probleme wieder her. Na Hauptsache der Hund hatte Spaß, mir wurde das ganze nämlich langsam etwas unangenehm. Die Richterin meinte schon, dass Murphy eben genau weiss was er will und er....ja -  ein kleiner Rüpel sei.
Als nächstes kam eine Kuh. Eine schwarz weiss gefleckte Statue. Etwa so groß wie ein Labrador, zu Murphy's Leidwesen bewegte  sich auch die  nicht..Er  schnüffelte sie an - wollte wohl erfahren ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. * ts ts ts* -  interessierte  sich  aber  letztendlich herzlich wenig für all diese für ihn eher langweiligen Gegenstände. 

Die mit Steinen gefüllte Kanne die als nächstes kam schepperte und machte  Radau.  Murphy nahm das auch gelassen. Die Richterin sagte schon sowas wie "ja das ist klar , den juckt das nicht". 

Dann ein großes Blech, welches dumpf und laut schepperte. Hier soll der Hund dann auch noch darüberlaufen. Ebenso über eine Plane. Natürlich meisterten wir auch das mit Links.

Dann noch der große blaue Regenschirm, ebenso kein Problem.

Zum Schluss  das "Gespenst" welches auf einmal aus dem Gebüsch hervortrat.
Sah schon unheimlich und ungewohnt aus, aber Murphy stellte sich erst mal hin und guckte interessiert. Als das "Gespenst" sich bewegte lief er freudig auf die verkleidete Person zu. 

Hier reagierten die Hunde schon sehr verschieden. Da ich auch Gespenst war, konnte ich den Unterschied am eigenen Leib erfahren. Murphy war hier gänzlich unbeeindruckt. 

Schlussendlich kam noch der Schusstest. Es wurde auf 3 Distanzen geschossen. Murphy nahm das ebenso gelassen, guckte und lief freudig auf den Schützen zu.

Murphy ist beim Schützen angekommen.


Frauchen Richterin und Schütze - es gab noch ein paar gute Tipps und das ersehnte BESTANDEN

So , ich hab genug, ich geh jetzt! :-)

Wir sind vollauf zufrieden mit dem Bericht.  Murphy ist ein selbstbewusster, kleiner Rabauke, der  Power ohne Ende hat.   Für einen 13 Monate  jungen Rüden der   gerade in der "Selbstfindungsphase" steckt hat er die Sache sehr gut gemeistert.  

Was wir von diesem Tag mitgenommen haben, waren neben den vielen netten Menschen, auch viele wertvolle Tipps,  die Bestätigung dass Murphy sehr clever ist  dies auszunutzen weiss und ich daher weiterhin kontinuierlich an der UO arbeiten muss.

Beim Bringtrieb haben wir uns an diesem Tag nicht mit Ruhm bekleckert, was zwar schade ist aber  kein Weltuntergang.  Viele neue Düfte, neue Menschen und neues Gelände lassen den einen oder anderen Hund eben vergessen was es heisst ein bringfreudiger Labrador zu sein.


Er benahm sich übrigens im Hotel vorbildlich. Schlief brav unterm Tisch und ließ uns auch alleine das Frühstück genießen. Er blieb ohne Probleme auf dem Zimmer und schlief seelig weiter. Unser Murphy eben. Toll gemacht und als Belohnung gab es ein lecker Rinderohr.