Dieser Blog mit und über unseren Labrador Retriever Murphy dient der reinen Unterhaltung. Achtung: kann Spuren von Ironie enthalten. Viel Spaß beim Stöbern !

Diagnose ED - meine Geschichte

Hier findet ihr Murphys  Geschichte rund um die Diagnose ED welche bei ihm  Ende Januar 2011 festgestellt wurde.

Zum Thema ED: hier ein Artikel von Dr. Tellhelm, der die Krankheitsbilder erkärt!
ED INFOS

Angefangen hat das Ganze recht harmlos. Murphy  kullerte im Spiel einen   Abhang hinunter und machte daraufhin anschließend ein paar Humpler.  Wir dachten,  dass er sich hier vielleicht eine Zerrung geholt haben könnte.  Ein paar Tage später ließ ich ihn rein vorsorglich von der TÄin durchchecken. Die meinte, dass es wohl Wachstumsschmerzen wären, evtl. könnte aufgrund des Vorfalles auch eine leichte Zerrung/Verstauchung vorliegen.

Sollte das leichte Humpeln nach 1 Woche schonen weg sein, müsste ich mir keine Sorgen machen. Wir bekamen Traumeel und damit war für uns die Sache erstmal gegessen. Murphy humpelte ein paar Tage später auch schon  nicht mehr und wir waren ziemlich erleichtert.

Am Tag des Welpentreffens im November fing Murphy abends  wieder an zu humpeln. Bei mir machten sich nun größere Sorgen breit, da ich mir dies nicht erklären konnte. Murphy wurde optimal gefüttert, hatte immer optimales Gewicht, eher im unteren Bereich und wurde geschont was das Zeug hielt . Ich wusste auch keine Situation in der er sich hätte vertreten können. Das Humpeln war ein paar Tage später wieder weg trotzdem stellte ich ihn der TÄin vor die mich beruhigte  und meinte das käme bei großen Hunden im Wachstum öfters vor, er wäre gerade in einer  Wachstumsphase und ich müsste mir nicht ständig solche  Sorgen machen.
Murphy humpelte zwar weiterhin nicht mehr, jedoch fiel uns vermehrt auf, dass er einen komischen Gang an den Tag legte. Wir ließen ihn aufgrund dessen von einem Spezialisten untersuchen und der Arzt sagte sofort, dass hier was nicht stimmt und die  Schonhaltung auf Hüftprobleme zurückzuführen wäre. 

2 Tage später hatten wir einen Termin und   Murphy wurde in Narkose gelegt und die Hüften sowie die Ellbogen geröntgt.

Das niederschmetternde Ergebnis ist nachzulesen im Blog: Abgesplittertes Knorpelstückchen OCD/FCP vorne rechts.

So eine Diagnose  kann aufgrund einer genetischen Disposition oder aber auch durch eine Verletzung hervorgerufen werden sein. Wahrscheinlich spielen hier beide Faktoren eine Rolle

Es stand fest: Der Hund muss baldmöglichst operiert werden.

Der Termin: Bereits 3 Tage später. Murphy wird am Ellbogengelenk operiert
und ich dachte natürlich die Welt geht unter.

Dank großer Unterstützung von Freunden, Bekannten  erkannte ich, dass die Welt nicht untergeht und dass diese Diagnose  nicht automatisch bedeutet, dass ein Hund nun sein Leben lang leiden muss und kein  gerechtes Hundeleben leben könne.

Hier der Blogeintrag ein paar Tage nach der OP:
Die OP

Das abgesplitterte Knorpelstückchen welches frei im Gelenk geschwommen ist, wurde entfernt,
zurück blieb erstmal eine Narbe und ein dicker Verband. Letzterer schränkte für 1 Woche die Bewegungsfreiheit meines Energiebündels erheblich ein. Aber das war ja erst der Anfang. Es sollen vorerst 4 Wochen Leinenhaft folgen. 4 Wochen? Ich dachte das schaffen wir nie.

Haben wir aber geschafft. Nicht nur 4 sondern 7 und letztenlich wurde dies ausgedehnt auf 9 Wochen.
Er durfte etwa ab der 6. Woche  teils mit 5 m und  mit 10 m Schleppe laufen, aber dennoch sehr eingeschränkt. Ich machte mir schon Sorgen um das Sozialverhalten gegenüber anderen Hunden, da Murphy zu dieser Zeit überhaupt nicht mit Hunden "spielen" durfte.

Die Zeit war nicht einfach, aber zu schaffen. Eines der nervigsten Angelegenheiten
war es,   andere Hunde davon abzuhalten, zu meinem verletzten Bären zu flitzen.
Das Verhalten einiger Hundehalter, die es nicht schaffen ihre Hunde zurückzurufen, das ständige sich rechtfertigen zu "müssen" wieso der Hund an der Leine läuft, ging mir wirklich an die Substanz und Nerven. ABER auch das haben wir überstanden ! :-)

Auch hier bin ich wieder froh einen ausgeglichenen Hund aus einer seriösen Zucht zu haben. Er war auch in der Phase der Leinenhaft kein bisschen unausstehlich  und/oder besonders hibbelig

Wir haben zur Auslastung viel Kopfspiele gemacht. Alles was die Gelenke nicht strapaziert, was man in der Wohnunung und auch draussen an der Leine machen kann und Spaß macht. Not macht erfinderisch und wir sind auf alle möglichen Ideen gekommen. Bei Spass mit Hund (einfach eine Suchmaschine fragen) findet man auch viele Anregungen. Teure Denkspiele für Hunde kann man sich m.E. sparen, zumindest hat mein Hund nach ein paar Minuten  die Aufgabe jeweils gelöst und sie wurden ihm fad. Viel Geld für wenig Auslastung würde ich sagen. Oder es liegt am hellen Köpfchen =)

Murphy lernte in der Schonphase viele Tricks  und er ist mittlerweile mein kleiner Assistenzhund der Flaschen trägt (Plastik) , runtergefallene Cremedöschen oder sonstiges was dem tollpatschigen Frauchen aus der Hand fällt aufhebt und in die Hand gibt, Klopapierrollen aufräumt und Türen schließt sowie "verlorene" Schlüssel in der Wiese findet. 


Ca. 3 Monate nach der Operation konnten wir sagen, wir haben es geschafft.  Nach wie vor hatte ich höllisch ein Auge auf sein Bein und ließ ihn nur sehr wenig und dosiert zu anderen Hunden.

Siehe Blogeintrag vom 9. April "Danke an meine Daumendrücker"

4,5 Monate nach der OP ist er eigentlich wieder voll hergestellt. Er kann toben, rennen und schwimmen ohne anschließend Auffälligkeiten zu zeigen. Seine "eigene" Gangart, die nach aussen gedrehten Pfoten,  ist lediglich ein kleiner Schönheitsfehler,  der uns nicht stört, sondern ihn eher noch einzigartiger macht als er schon ist  :-)


Um Kondition  und Muskeln aufzubauen waren wir so oft wie möglich schwimmen. Was gibt es schöneres an einen Labrador in seinem Element, das Wasser zu sehen. 
 

An alle Leidensgenossen ein Gruß von Murphy:
KOPF NICHT HÄNGEN LASSEN. GUTE BESSERUNG das wird schon wieder!
Bin ich nicht ein lebender Beweis?






So mal wieder Neues vom ED(dy) Murphy (15.08.11)

Nachdem wir kurz mal wieder eine Phase hatten, in dem Murphy humpelte, bzw. unrund lief, er eigentlich immer unter Beobachtung stand, kein wildes Toben, kein übermäßiges Spiel mit großen Hunden, keine Rennflashs, keine Sprünge usw. , können wir seit ca 3 Wochen sagen, er läuft sehr schön. Das Schonen hat sich gelohnt. Keine Frage. Im Urlaub der kleine Sprung war Mist, daraufhin ging das Humpeln von vorne los. --->Verstauchung. Dann beim WT erneute Überbelastung dank der "tollen Aktion" der Richterin. Wieder humpeln - wieder schonen.

Jedoch nun seit gut 3 Wochen  keinerlei Anzeichen mehr. Scheinbar von heute auf morgen lief der Hund normal. Es ist eine Freude unsere Dampfmaschine wieder rumtollen zu sehen.

Zusätze füttern wir  Grünlippmuschelextrakt. 
Lachsöl gibt es nach wie vor.

Wir haben am 1.8.2011 die Ernährung auf B.A.R.F. umgestellt. Mehr dazu  im Blog


Mal wieder ein aktueller Stand.
Bei Diagnose ED kann man nicht genug Erfahrungswerte posten wie ich finde:
Wir haben den 28.10.2011 und kein Humpeln. Murphy wird normal belastet, Dummy, Rennen,  keine Probleme. DANKE hier nochmal an unseren tollen Tierarzt Dr. Dohmann Ricardo aus Aschheim.

Status Update:
14.Juni 2012 und mir geht es gut. Keine Auffälligkeiten , kein Humpeln. Ich bin ein ganz normaler Hund, spiele renne, tobe und flitze den Dummys hinterher, aber ich springe nicht. Das darf ich nicht sagt die Chefin. Muss ich ja auch nicht, oder bin ich ein Springbock? :-)

Murphy, der rund um glückliche Hund der seine neue Sportart , das Mantrailing, übrigens ganz toll findet, lediglich Frauchen muss noch üben. Alles nicht so einfach wie es aussieht, mehr die Tage in einem neuen Blogeintrag.

Status Update:
16.November 14
Murphy läuft und läuft und läuft
Wir füttern nach wie vor roh - bereits seit 3 Jahren nun, ihm geht es gut dabei, wir schwimmen viel und trailen nach wie vor. Dummy gibt es auch aber dosiert wg der doch für die Gelenke anstrengenden harten Stops.

Wir füttern Grünlippmuschel, Kollagenhydrosat sowie MSM Pulver im Wechsel zu Coseflex DS
(ähnliche Inhaltsstoffe jedoch bereits fertig in Tablettenform und leichter zu dosieren und verabreichen)



Status Update Dez 2015:
Es wurde hier lange nichts mehr geschrieben. Ich denke es wird Zeit für einen Bericht
um Murphys Gesundheitszustand.

Er ist nun 5,5 Jahre. Wird nach wie vor gebarft

Wir wechseln was die Futterzusätze angeht durch zwischen Coseflex DS, Dexboron, Canis Motus und versuchen gerade  Hyalutidin® DC


Alles pflanzliche natürliche Stoffe ohne Nebenwirkungen.

Wir können ohne Schmerzmittel wie Rimadyl und Co auskommen, und hoffen dass dies noch lange so bleibt. Nach langen Strecken auf Teer oder ähnlich hartem Boden, wo die Belastung für die Gelenke höher ist,  merkt man zuweilen, dass er anfängt zu schonen, er fängt an etwas langsamer und steifer zu laufen. Humpelanfälle hatten wir  bisher nicht.

Wir schwimmen nach wie vor wann es nur geht, vermeiden Treppensprünge, er wird ins Auto gehoben usw.  und wir achten darauf, dass er sich nicht unnötig überanstrengt, gönnen ihm aber
vermehrt wieder seinen Spaß Dummys zu retten, da die Auslastung durch das Mantrailing für ihn nicht so befriedigend ist wie wir uns das gewünscht hätten ....



Statusreport - Januar 17

Im Mai wird Murphy nun 7 - die OP ist fast 6 Jahre her. Wie die Zeit doch an uns vorbeirast....
Murphy geht es gut. Er ist immer noch der aktive lustige freche agile clevere Kerl und seine Ellenbogen scheinen ihn nicht zu beeinträchtigen. Er läuft gerade jetzt im Winter wie ein Jungspund durch den Schnee und hat Spaß. Wir kommen immer noch ohne Schmerzmittel aus und sind sehr froh darüber. Diagnose ED muss also kein schlimmes Hundeleben nach sich ziehen :)