Dieser Blog mit und über unseren Labrador Retriever Murphy dient der reinen Unterhaltung. Achtung: kann Spuren von Ironie enthalten. Viel Spaß beim Stöbern !

17. März 2011

Der kleine Erfolg

Guten Morgen allerseits. Ihr wundert euch sicher, wieso hier die Tage soviel neue Posts auftauchen.
Tja, Frauchen plagt mal wieder die Gesundheit, oder sollen wir sagen Krankheit? Somit kann sie hier fleissig nach Diktat tippsen.

Ich durfte ja ganze 6 Wochen nur an der Leine laufen.  Heute sind übrigens genau 7 Wochen seit meiner OP vergangen.

Frauchen und ich haben in dieser Zeit wirklich viel geübt, irgendwie muss man ja die Leinenhaft positiv nutzen.  Somit darf ich stolz behaupten, dass ich der "FUSSLAUFEN Profi" bin. Zumindest in unserem Viertel. Denn Hundeschulen besuchen dort die wenigsten haben wir den Eindruck.
Es ist aber nicht einfach eine Gute zu finden.

Heute haben wir es ihnen gehörig gezeigt. Bzw. ICH. Ich wollte nur  ein bisschen spontan sein und meinem kranken Frauchen eine Freude machen. So bin ich bei Fuss vom Feld bis nach Hause gelaufen. Der kleine Wischmop und die Schulkinder haben mich überhaupt rein gar nicht interessiert.  Und das ganze ohne Leine. Wahnsinnshund! Gut der Kurzführer war dran, aber das ist ja keine LEine. Irgendwo musste sich das Training ja auszahlen.
Aber gewöhnt euch nicht dran, das war heute eine Ausnahme! Hä hä.

Nachdem ich  nun seit fast einer Woche wieder ohne Leine laufen darf, geht der Ernst des Lebens auch langsam wieder los hab ich das Gefühl. Frauchen hat eine tolle Hundetrainerin kennengelernt bei der wir Einzelstunden nehmen werden. Wir finden das viel besser, da so intensiver auf mich und Frauchens Probleme eingegangen werden kann als im Gruppentraining.  Mein Problem sind andere Hunde. So ehrlich muss ich sein. Die riechen gut und wollen alle spielen.  Frauchen ist da leider anderer Meinung.....Ich spüre aber sofort wenn sie nervös wird und das nutze ich, unverschämt wie ich bin, zu gerne aus.

Die letzten 7 Wochen waren zugegeben für Frauchen nicht einfach. Einen jungen blitzgescheiten Jungrüden wie mich, so lange Zeit nur durch Kopftraining und Spurensuchen auszulasten und kaum körperlich, da war sie gefordert. Uns wurde jedoch gesagt, dass wir die Sache gut machen und ich ein wohlerzogener Junghund bin der schon mehr auf dem Kasten hat als so manch älterer Hund. Frauchen würde nicht selten zuviel verlangen und sich selber unter Druck setzen. Oft ein Problem von Ersthundehaltern. Tja, was ich nicht alles weiss....
Na gut, ein kleiner kräftiger Rüpelrüde der seine Grenzen ab und an aufgrund seiner langsam aufsteigenden Hormone austesten "muss", zerrt schon mal an den Nerven, aber das ist nicht ungewöhnlich. Ihr könnt mir Glauben,  ich weiss wovon ich "rede"!
Die 7 Wochen haben uns schon ziemlich zusammengeschweisst fällt uns im Nachhinein auf.
Probleme die wir hatten, wurden längst ad acta gelegt. Da wäre z.B. das "Komaschnüffeln".
Es gab Phasen, da half kein Kommando wie "weiter" oder "heran" , nö nichts. Ich  musste
diese Düfte verfolgen und bis ins kleinste Detail zerlegen und entdecken.

Ich bin nun viel aufmerksamer, suche oft den Blickkontakt, ganz so wie es sein soll. Ausserdem gucke ich ständig wo Frauchen sich aufhält, und sobald die sich einen Meter zuviel   entfernt, komme ich schon angedüst. Ich will mein Minirudel ja nicht verlieren. Das habe ich aber von Anfang an so gelernt und diesbezüglich war ich da immer schon sehr vorsichtig, ja den Anschluss nicht zu verpassen..

Die Sache mit der Ressourcenverwaltung meinerseits haben wir auch ausgestanden. Ich war nämlich
eine Zeit lang der Meinung Fraule wäre meins.  Das klingt für den einen oder anderen sicher ganz lustig, aber ich musste mir dies schleunigst abgewöhnen. "Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser", das war mein Motto. Jeden Schritt bin ich hinter meinem Frauchen hergewackelt, nie ließ ich sie aus den Augen und sobald  sie von wem zu stürmisch begrüßt wurde, musste ich mich einmischen und machte schon mal ein entsetztes Wuff in den Raum.
Das ist ausgestanden. Frauchen hat mir klipp und klar verständlich gemacht, dass es so nicht geht. Da ich schnell kapiere und mittlerweile nicht mehr nur der der "will to eat"  sondern immer mehr der "will to please" Labi bin, bleibe ich   artig und gestehe mir ein, dass doch nicht ich der Chef im Rudel
bin sondern....



Wir werden sehen, was uns die Zeit noch bringt. Ich halte euch auf dem Laufenden. Schaut mal öfters rein. Euer Murphy.